Kennen Sie das auch? Sie sitzen im Archiv und schreiben kaum leserliche Daten aus einem Kirchenbuch ab, und plötzlich überkommt Sie der Gedanke: "Wie viele Leute werden vor mir schon die gleichen Daten aus dem Buch herausgeschrieben haben?" Anfang 2005 beschlossen Wolfgang Gerauer, Bezirksvorsitzender von Niederbayern, und Siegfried Nyssen, diesem Gedanken Taten folgen zu lassen. Die Ahnenlisten der Bezirksgruppe sollten in einer neuen Datenbank erfasst und vernetzt werden. Neben einem schnellen Zugriff auf die Ahnendaten würden außerdem viele "tote Punkte" überwunden, die den einzelnen Ahnenforschern zu schaffen machen.
Unsere Datenbank füllt eine Lücke zwischen den in unserer Region angesiedelten Ahnen-Datenbankprojekten des Bistumsarchivs Passau, des oberösterreichischen Landesarchivs in Linz (beide seit ca. 2004 im Aufbau), der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung (seit 1998), sowie der Gesellschaft für Familienforschung in Franken (GFF). Jede dieser Datenbanken enthält bereits mehr als 1 Million Datensätze.
Die deutschlandweite Gedbas-DB des Vereins für Computergenealogie (8,8 Millionen erfasste Personen im Juni 2011) hat nur wenige Verknüpfungen zwischen den einzelnen Datensätzen. Die Suche in dieser Datenbank gestaltet sich erfahrungsgemäß sehr mühsam, da mehrfach vorhandene gleiche Personen nicht bereinigt werden, und die Ortsangaben oft nicht eindeutig sind oder sogar fehlen.
Im europäischen Raum sind noch folgende zwei Datenbanken erwähnenswert: Der Staat Island hat bereits vor längerer Zeit alle Vorfahren der ca. 300.000 heute lebenden Isländer in einer staatlichen Datenbank erfasst, um die Erforschung genetischer Krankheiten zu unterstützen.
Die Niederlande haben ca. 1995 begonnen, alle Personenstandsunterlagen in den Rijkssarchiven zu erfassen. Anfang 2011 betrug die Zahl der im Internet (www.genlias.nl) suchbaren Datensätze bereits über 15 Millionen.
Zum Jahresanfang 2011 war bereits die Marke von 200.000 Personen überschritten. Trotz stetiger Datenzugänge, steigt der Gesamtbestand inzwischen langsamer an, als in der Anfangsphase, da zunehmend Personendatensätze hinzukommen, die bereits in unserer Datenbank vorhanden sind. Damit verbunden ist ein steigender Arbeitsaufwand bei der Verschmelzung dieser Datensätze. Nach wie vor sind wir daher sehr auf die Mitarbeit freiwilliger Helfer angewiesen, die Ahnenlisten und andere Quellen in ein Programm eingeben wollen. Seit Sommer 2007 ist die Datenbank in Form einer alphabetischen Namensliste (Tiny Tafel) im Internet einsehbar und seit 2009 auch komfortabel per Onlineformular nach Familien- oder Ortsnamen durchsuchbar.
Als nächste Bezirksgruppe hat sich die Oberpfalz zur Teilnahme an unserem Datenbankprojekt bereit erklärt. Eine entsprechende Erweiterung der Webseiten wird noch im Laufe des Jahres stattfinden.
| Neuigkeiten | |
|---|---|
| 14.05.2011: | BLF-Datenbank beim Tag der Familienforschung |
| 12.03.2011: | Tiny-Tafel aktualisiert |
| 01.08.2010: | Die Marke von 200.000 Personen ist erreicht |
| 10.07.2010: | Datenbankzuwachs: Beteiligung durch die Bezirksgruppe Oberpfalz |
| 28.12.2009: | Jahresrückblick 2009 |
Wir werden in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt und die Erfahrungen berichten. Antworten auf häufig gestellte Fragen zu unserem Datenbankprojekt finden Sie in der FAQ.
Siegfried Nyssen