Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Ahnendatenbanken in denen Daten unabhängig von der geografischen Zuordnung gesammelt werden. Die Suche in so einem Sammelsurium stellt sich, besonders bei unzureichenden Ortsangaben, meist als mühsam heraus. Regional orientierte Datenbanken haben diesen Nachteil in der Regel nicht: Das Erfassungsgebiet ist von vornherein festgelegt und die sich beteiligenden Dateneingeber und Datenpfleger sind mit regionalen und historischen Besonderheiten, wie beispielsweise alten Ortsnamen, Um-/Eingemeindungen, Änderungen von Pfarrei-/Bistumsgrenzen, Haus- und Hofnamen, usw., besonders vertraut. Unsere BLF-Datenbank schließt somit eine Lücke zwischen den in unserer Region angesiedelten Ahnen-Datenbankprojekten des Bistumsarchivs Passau, des oberösterreichischen Landesarchivs in Linz, der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung, sowie der Gesellschaft für Familienforschung in Franken.
Ein weiteres großes Problem bei anderen Ahnendatenbanken ist die fehlende Verschmelzung der Daten und die daraus resultierende Redundanz. Einige Datenbankenprojekte haben nur daher einen beständig großen Datenzuwachs und hohen Datenbestand, weil an sich identische Daten, die von verschiedenen Einsendern stammen, nicht miteinander verschmolzen werden. So kann in manchen Datenbanken ein und dieselbe Person zigfach vorgefunden werden. Auch hier ist die Suche sowie Datenpflege (sofern überhaupt durchgeführt) in derart aufgeblähten Datenbanken deutlich ineffizienter, als in einer möglichst redundanzfreien Datenbank, wie der unseren. In der BLF-Datenbank führen wir die Datensätze identischer Personen zusammen. Fehlende oder offensichtlich falsche Angaben bei einzelnen Datensätzen können dadurch ebenfalls leichter entdeckt und behoben werden.
Ebenso ist die zu geringe oder gänzlich fehlende Datenverknüpfung ein zusätzlicher Nachteil anderer Ahnendatenbanken. Wir dagegen verknüpfen die Datensätze soweit wie möglich, um die Familien- bzw. Verwandtschaftszusammenhänge sofort sicht- und abrufbar machen zu können.
Unsere Datenbank hebt sich von anderen Ahnendatenbanken somit in drei wesentlichen Punkten ab:
Der Begriff "Tiny" (ausgesprochen "Taini") kommt aus dem Englischen und bedeutet "winzig". Ähnlich einer Foko-Liste, führt auch eine Tiny-Tafel die Familiennamen, den Zeitraum der Erfassung und die zugehörigen Orte in tabellarischer Form auf. Die Tiny-Tafel komprimiert die Darstellung jedoch noch weiter (daher auch der Name dieser Darstellung): Jeder Familienname wird nur einmal aufgeführt, auch wenn dabei die Ortsangaben und Zeiträume verschiedener Familien miteinander verschmolzen werden. Auch phonetisch gleiche Namen werden nicht extra aufgelistet sondern in einer einzigen Zeile ausgegeben. Berücksichtigt werden außerdem nur die Jahres- und Ortsangaben der Geburts- bzw. Taufereignisse. Unsere Tiny-Tafel ermöglicht somit einen schnellen Überblick über die in der Datenbank bereits enthaltenen Familien.
Unsere BLF-Ahnendatenbank ist in einzelne Landkreis-Datenbanken aufgeteilt. Für jeden Landkreis Niederbayerns und der Oberpfalz gibt es eine eigene Ahnendatenbank, was uns unter anderem die Aufgabenverteilung erleichtert. Wenn Sie die Suchfunktion unserer Tiny-Tafel benutzen, wird zu jedem Familiennamen auch angezeigt, in welchen Landkreis-Datenbanken die gezeigten Daten enthalten sind. Diese Angabe ist in erster Linie nur für unsere Mitarbeiter/innen von Interesse, da sich so schnell feststellen lässt, in welcher Datenbank die Familien zu finden sind. Da sich Familien zum Teil nicht einem bestimmten Landkreis zuordnen lassen sondern sich Überschneidungen mit Nachbarlandkreisen ergeben, kann es nämlich passieren, dass man anhand der aufgelisteten Orte nicht auf die Landkreis-Datenbank schließen kann, in der die Daten vorhanden sind.
Wählt man in der Kartenansicht einen Landkreis aus, gibt ein Text neben der Grafik darüber Auskunft, wie viele Personen keiner Gemeinde zugeordnet werden konnten. Es gibt im wesentlichen zwei Gründe dafür, warum wir manche Personen zwar mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit einem bestimmten Landkreis zuordnen können, die Gemeindezuordnung aber mit zu hoher Unsicherheit verbunden wäre: 1. Die Ortsangaben sind nicht eindeutig (siehe hierzu unsere Eingaberegeln). 2. Die Ortsangaben fehlen komplett. Dies ist oftmals bei den Spitzenahnen der Fall, von denen meist nur mehr die Namen vorliegen.
Selbstverständlich! Unsere Ahnendatenbank ist ein (Pilot-)Projekt der BLF-Bezirksgruppe Niederbayern. Es ist nicht Sinn und Zweck unserer Arbeit, die dabei gewonnenen Erfahrungen unter Verschluss zu halten. Falls Ihr Verein ein ähnliches Projekt in Erwägung zieht, können wir unsere Erfahrungen weitergeben. Andere BLF-Bezirksvereine können sich selbstverständlich direkt beteiligen und werden in unseren Webauftritt mitintegriert. Zur Projektdokumentation haben wir 2008 ein so genanntes Doku-Wiki eingerichtet, das unserem Projektteam zur Verfügung steht. Vereinzelt befinden sich auch noch abgetrennte Daten aus der nicht-niederbayerischen Nachbarschaft in unserem Bestand. Sofern das Einverständnis der Einsender vorliegt, hätten Sie mit diesen Daten zugleich einen Grundstein für die eigene Datenbank zur Verfügung.
Wenn Sie Ihre bayerischen Daten (derzeit Niederbayern und Oberpfalz) für unser Projekt zur Verfügung stellen, erhalten Sie die auffindbaren Anschlußdaten als Gedcom-Datei zurück. Freilich kann unsere Datenbank allenfalls ein Grundgerüst liefern und wird Ihnen nicht die eigene Recherche im Archiv ersparen - aber welche(r) ernsthafte Forscher(in) möchte das schon?! Natürlich wollen wir auch nicht verschweigen, dass es leider möglich ist, dass (noch) gar keine Anschlußdaten für Sie in unserer Datenbank vorhanden sind. Betrachten Sie Ihre Datenspende dann bitte als Investition in zukünftige Anschlußtreffer, denn gerade in der noch voll im Gange befindlichen Aufbauphase unserer Datenbank, sind Treffer bei späteren Neuzugängen wahrscheinlich. Vielleicht ist auch schon der Gedanke, anderen Forscherinnen und Forschern mit den eingereichten Daten zu helfen, eine kleine Entschädigung. Vermutlich haben wir alle schon einmal Hilfe in Form von Daten anderer Ahnen- und Familienforscher erhalten - es muss ja nicht immer die gleiche Person sein, bei der man sich durch Weitergabe bzw. Tausch von Daten revanchiert.
Ein weiterer Aspekt der für die Beteiligung am Ahnendatenbank-Projekt spricht, ist die Absicherung gegen Datenverlust. Egal ob auf Papier oder im Computer, die mit Zeit- und Geldaufwand angesammelten Daten können durch Feuer, Diebstahl, technische Defekte oder andere Katastrophen leider von einem auf den anderen Moment unwiederbringlich verloren gehen. Wir wollen hier natürlich keine Schwarzmalerei betreiben, aber ausschließen lassen sich derartige Szenarien leider nicht gänzlich - manchmal reicht schon eine nicht mehr lesbare CD/DVD aus und die Katastrophe ist perfekt. Glück im Unglück haben Sie in solchen Fällen dann, wenn Sie Ihre Ahnendaten zusätzlich auch an anderer Stelle hinterlegt haben. Genealogie-Vereine bzw. Vereins-Datenbanken wie unsere, bieten sich als Ort einer solchen Auslagerung an.
Auch wenn es nicht allen leicht fällt, aber bitte denken Sie auch darüber nach, was einmal mit Ihrem genealogischen Nachlass geschehen soll. Es ist leider kein Einzelfall, dass die genealogischen Unterlagen verstorbener Forscherkollegen und -kolleginnen in der Versenkung verschwunden sind, weil sich die Angehörigen nicht weiter dafür interessiert haben. Auch hier bieten Genealogie-Vereine Abhilfe. Durch unsere Datenbank ist zudem sichergestellt, dass die an uns abgegebenen Nachlässe nicht in Kartons verstauben, sondern alle darin befindlichen Familiendaten per EDV erfasst werden und verfügbar sind.
Da die BLF-Ahnendatenbank ein regional orientiertes Projekt ist, erschließen wir nur Daten aus dem Arbeitsgebiet unseres Vereins. Bislang beteiligen sich jedoch lediglich die Bezirksgruppen Niederbayern und Oberpfalz. Ob und wann Schwaben und Oberbayern folgen, steht derzeit noch nicht fest. Daten die Orte betreffen, welche außerhalb unseres Arbeitsgebietes liegen, werden von uns abgeschnitten und nicht in die Datenbank übernommen. Es verbleibt lediglich die Anschluss-Generation, so dass man beispielsweise einen Wegzug bzw. eine Auswanderung nachvollziehen kann. (Die vollständigen Einsenderdaten bleiben aber zusätzlich separat erhalten.)
Ziel der Ahnendatenbank ist es den Forschern untereinander - etwa beim Überwinden so genannter Toter Punkte - zu helfen, Ihre und unsere eigenen Daten zu sichern und die im Verein vorhandenen Nachlässe und Unterlagen leichter zugänglich zu machen. Der Datenbestand ist (von den eingeschränkten Möglichkeiten der Tiny-Tafel abgesehen) nur vereins- und stammtischintern einsehbar. Eine kommerzielle Nutzung ist übrigens selbstverständlich ausgeschlossen: Der BLF e.V. verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Über den Verein zugängliche Forschungsergebnisse dürfen laut Satzung nicht gewerblich genutzt werden.
Ein öffentlicher Zugang über das Internet ist (nur) in Form unserer Tiny-Tafel möglich. Sie können so feststellen, welche Familiennamen wir für bestimmte Orte und Zeiträume in der Datenbank erfasst haben. Die einzelnen Datensätze selbst, sind über unseren Webauftritt nicht einsehbar - dies ist nur vereinsintern und über niederbayerische Genealogie-Stammtische möglich. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit uns eine Gedcom-Datei der Vorfahren zukommen zu lassen, die wir anschließend für einen Abgleich mit unseren Daten verwenden können. Die Einsender erhalten dann die gefundenen Anschlußdaten als Gedcom-Datei per E-Mail.
Wenn Sie eine allgemeine Frage zu unserem Datenbankprojekt haben, die hier leider nicht beantwortet wurde, schreiben Sie uns bitte! Wir freuen uns über Ihr Interesse.