Kennen Sie das auch? Sie sitzen im Archiv und schreiben kaum leserliche Daten aus einem Kirchenbuch ab, und plötzlich überkommt Sie der Gedanke: "Wie viele Leute werden vor mir schon die gleichen Daten aus dem Buch herausgeschrieben haben?" Anfang 2005 beschlossen Wolfgang Gerauer, Bezirksvorsitzender von Niederbayern, und Siegfried Nyssen, diesem Gedanken Taten folgen zu lassen. Die Ahnenlisten der Bezirksgruppe sollten in einer neuen Datenbank erfasst und vernetzt werden. Neben einem schnellen Zugriff auf die Ahnendaten würden außerdem viele "tote Punkte" überwunden, die den einzelnen Ahnenforschern zu schaffen machen.
Diese Datenbank füllt eine Lücke zwischen den fünf anderen uns bekannten Ahnen-Datenbankprojekten: die Datenbanken des Bistumsarchivs Passau, des oberösterreichischen Landesarchivs in Linz (beide seit ca. 2004 im Aufbau), der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung (seit 1998) sowie der Gesellschaft für Familienforschung in Franken (GFF) sind auf diese Regionen beschränkt. Jede dieser Datenbanken enthält bereits mehr als 1 Million Datensätze.
Die deutschlandweite Gedbas-DB des Vereins für Computergenealogie (über 6 Millionen erfasste Personen) hat nur wenige Verknüpfungen zwischen den einzelnen Datensätzen. Die Suche in dieser Datenbank gestaltet sich erfahrungsgemäß sehr mühsam, da mehrfach vorhandene gleiche Personen nicht bereinigt werden, und die Ortsangaben oft nicht eindeutig sind oder sogar fehlen.
Im europäischen Raum sind noch folgende zwei Datenbanken erwähnenswert: Der Staat Island hat bereits vor längerer Zeit alle Vorfahren der ca. 300.000 heute lebenden Isländer in einer staatlichen Datenbank erfasst, um die Erforschung genetischer Krankheiten zu unterstützen.
Die Niederlande haben ca. 1995 begonnen, alle Personenstandunterlagen in den Rijkssarchiven zu erfassen. Zur Zeit sind alle Register von 1800 bis 1900 erfasst (ca. 9 Millionen Personen) und im Internet suchbar (www.genlias.nl).
Unser Ziel ist es, bis Ende 2009 auf einen Datenbestand von 180.000 Personen zu kommen. Dazu ist es notwendig, mehr Freiwillige zu finden, die Ahnenlisten und andere Quellen in ein Programm eingeben wollen. Seit Sommer 2007 ist die Datenbank über Internet suchbar, in Form einer alphabetischen Namensliste (Tiny Tafel). Des Weiteren soll die Umstellung des Datenbank-Programms untersucht werden, da die Mormonen 2007 angekündigt haben, demnächst ihr Programm PAF 5.2 durch eine ausschließlich Internet-gestützte Version PAF 6.0 zu ersetzen. In der näheren Auswahl sind open-source-Genealogieprogramme.
| Neuigkeiten | |
|---|---|
| 27.04.2009: | Suchfunktion für die Tiny-Tafel |
| 15.04.2009: | Tiny-Tafel aktualisiert |
| 01.04.2009: | Update für unsere PAF-Vorlage |
| 20.03.2009: | Füllstand erreicht 150.000 |
| 24.06.2008: | Tiny-Tafel aktualisiert |
Wir werden in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt und die Erfahrungen berichten.
Siegfried Nyssen
Der
vollständige Bericht (mit Stand von 2006) ist hier als PDF erhältlich.